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Ist die Hundehaftpflicht Pflicht für meinen Hund?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Ob eine Hundehaftpflichtversicherung Pflicht ist hängt von mehreren Faktoren ab. In einigen Bundesländern ist eine Hundehaftpflichtversicherung für jeden Hundebesitzer Pflicht, in anderen Bundesländern ist es abhängig von bestimmten Eigenschaften des Hundes. Damit Sie gut darüber Bescheid wissen, ob für Sie die Pflicht zur Hundehaftpflicht gilt, sollten Sie sich über die genauen Bestimmungen ihres Bundeslandes informieren.

Hundehaftpflicht Pflicht abhängig von mehrere Faktoren

Die Pflicht zur Hundehaftpflicht ist in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt. In einigen Bundesländern muss für jeden Hund eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen werden, und in anderen Bundesländern ist es nur für bestimmte Hunde Pflicht. Die meisten Bundesländer hantieren eine Rassenliste, anhand derer sogenannte Kampfhunde identifiziert werden. Woanders wird die Größe eines Hunde benutzt um zu bestimmen ob die Hundehaftpflicht abgeschlossen werden muss oder nicht. Es gibt lediglich ein Bundesland, in dem keine pauschale Hundehaftpflichtversicherungspflicht herrscht, in Mecklenburg-Vorpommern dürfen alle Hundebesitzer frei entscheiden, ob sie eine Hundehaftpflicht abschließen möchten.

Gesetzgebung auf Landesebene

Die Pflicht zur Hundehaftpflichtversicherung ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Die entsprechende Gesetzgebung wird durch die Landesregierungen bestimmt. Deshalb muss man sich gut über die Gesetzgebung im eigenen Bundesland informieren, bevor man sich einen Hund ins Haus holt. Auch falls man in den Urlaub oder zu Besuch in ein anderes Bundesland fährt sollte man sich immer gut informieren, da hier die Regelung des entsprechenden Bundeslandes gilt. Die Gesetzgebung ist in den Bundesländern im Hundegesetz oder über eine Hundeverordnung geregelt.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gilt die Pflicht zur Hundehaftpflichtversicherung für einige Hunde, aber nicht für alle. Für drei Rassen gilt eine pauschale Pflicht zur Hundehaftpflicht, da Sie zu den sogenannten Kampfhunden zählen. Diese 3 Rassen sind der American Staffordshire Terrier, der Bullterrier und der Pitbull Terrier. Außerdem benennt die Polizeiverordnung des Innenministeriums und des Ministeriums Ländlicher Raum über das Halten gefährlicher Hunde 9 weitere Rassen, bei denen eine Prüfung darüber entscheidet, ob eine Versicherungspflicht besteht. Hier wird kontrolliert ob bei den Hunden Kampfhundeeigenschaften festgestellt werden können, ist dies der Fall, ist eine Hundehaftpflichtversicherung Pflicht. Außerdem gilt die Pflicht für Hunde, die in der Vergangenheit durch aggressives Verhalten auffällig geworden sind.

Bayern

In Bayern gibt es keine allgemein gültige Pflicht eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. Allerdings haben Gemeinden die Möglichkeit die Halteerlaubnis von Kampfhunden von so einer Versicherung abhängig zu machen. Ist dies der Fall, muss ein sogenannter Kampfhund also durch eine Hundehaftpflichtversicherung abgesichert sein. Als Kampfhunde zählen in Bayern 5 Hunderassen: American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bandog, Tosa Inu und Pitbull. Außerdem gibt es weitere Rassen, bei denen Kampfhundeeigenschaften vermutet werden, die jedoch widerlegt werden können. Durch ein sogenanntes Negativzeugnis kann im Einzelfall die Kampfhundeeigenschaft widerlegt werden, dazu muss ein Gutachten durch einen befugten Tierarzt oder einen Sachverständigen erstellt werden.

Berlin

In Berlin muss für jeden Hund eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Brandenburg

In Brandenburg muss eine Hundehaftpflichtversicherung für gefährliche Hunde abgeschlossen. Welche Hunde zu den gefährlichen Hunden zählen, ist festgelegt. Als gefährlich gelten Hunde die in der Vergangenheit durch aggressives Verhalten auffällig geworden sind und Hunde, die zu den folgenden Rassen zählen: American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier und Tosa Inu. 13 weitere Hunderassen werden zunächst als gefährlich eingestuft, hier ist es allerdings möglich durch ein sogenanntes Negativzeugnis zu beweisen, dass der Hund nicht ungewöhnlich aggressiv ist.

Bremen

Bremens Hundegesetz verlangt, dass für gefährliche Hunde eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden muss. Hierzu zählen American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pit-Bull-Terrier und Staffordshire Bullterrier. Die Zucht und der Kauf dieser Tiere ist in Bremen verboten und nur mit speziellen Erlaubnissen dürfen diese Tiere aus dem Tierheim adoptiert werden Außerdem gelten Hunde als gefährlich, die eine übersteigerte Kampfbereitschaft, Angriffslust und Schärfe besitzen oder in der Vergangenheit dadurch aufgefallen sind, dass sie Mensch oder Tier gebissen haben.

Hamburg

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist in Hamburg für alle Hunde Pflicht.

Hessen

Die Hundehaftpflicht Pflicht besteht für gefährliche Hunde. Als gefährliche Hunde gelten in Hessen Hunde, die in der Vergangenheit Menschen oder Tiere gebissen haben, oder bei denen aufgrund des Verhaltens die Annahme besteht, dass dies geschehen könnte. Bei einigen Rassen wird eine Gefährlichkeit vermutet.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg gilt keine Hundehaftpflichtversicherungspflicht. Hier steht es dem Hundebesitzer frei eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Niedersachsen

Alle Hundebesitzer in Niedersachsen müssen eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen, unabhängig von der Hunderasse.

Nordrhein-Westfalen

In NRW gilt die Pflicht zur Hundehaftpflicht für Hunde mit bestimmten Eigenschaften. Zum einen gilt die Pflicht für gefährliche Hunde, das sind Hunde die gezüchtet werden mit dem Ziel gesteigerter Aggressivität oder Hunde die auffällig geworden sind, dadurch, dass sie Menschen oder Tiere angegriffen und verletzt haben. Bei 4 Rassen wird pauschal von der Gefährlichkeit des Hundes ausgegangen: Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Terrier und Bullterrier. Außerdem muss in NRW eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden für sogenannte 20/40 Hunde, also Hunde die größer als 40 Zentimeter groß sind oder mehr als 20 Kilo wiegen.

Rheinland-Pfalz

Die Pflicht zur Hundehaftpflichtversicherung gilt in Rheinland-Pfalz für gefährliche Hunde, ansonsten wird die benötigte Halteerlaubnis für diese Hunde nicht ausgestellt. Zum einen gehören zu diesen Hunden die Rassen American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Pitbull Terrier. Außerdem zählen auch bissige Hunde, Hunde die Vieh hetzen oder reißen, Hunde die aggressives Verhalten gegenüber Menschen zur Schau stellen und Hunde die eine übernatürlich Kampfbereitschaft, Angriffslust oder Schärfe entwickelt haben, zu den gefährlichen Hunden und müssen daher Haftpflicht versichert sein.

Saarland

Im Saarland gilt die Pflicht zur Hundehaftpflicht ebenfalls nur für gefährliche Hunde. Dies sind Hunde die in der Vergangenheit gebissen haben, die Menschen oder Tiere in aggressiver und gefahrdrohender Weise angesprungen haben oder die auf Angriffslust oder schärfe gezüchtet und ausgebildet wurden. Drei Rassen werden pauschal als gefährlich betrachtet: American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und American Pitbull Terrier.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt muss man für alle Hunde eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen.

Schleswig-Holstein

Die Hundehaftpflichtversicherung gilt in Schleswig-Holstein für alle Hunderassen.

Thüringen

Auch in Thüringen gilt eine pauschale Hundehaftpflicht Pflicht.

Gut informieren, auch bei Besuchen

Wichtig ist, dass man als Hundebesitzer gut informiert ist über die Bestimmungen in den einzelnen Bundesländern. Besteht für den Hund eine Pflicht zur Hundehaftpflichtversicherung, und ist diese trotzdem nicht abgeschlossen, kann dies ein Bußgeld von bis zu 10.000€ nach sich ziehen. Falls für einen Kampfhund eine Halteerlaubnis benötigt wird, kann diese bei nichtbestehen einer Hundehaftpflicht verweigert werden. Man muss sich außerdem nicht nur an die Regelung des eigenen Bundeslandes halten, die Regeln gelten auch wenn man nur zu Besuch ist. Sobald der Hund sich in einem Bundesland aufhält, auch wenn der Aufenthalt nur temporär ist, gelten die örtlichen Regeln zur Hundehaftpflichtversicherung. Bevor man in den Urlaub fährt oder zu Besuch in ein anderes Bundesland fährt, sollte man sich also immer über die örtlichen Bestimmungen informieren. Falls Sie noch Fragen haben, die durch Tinki.de noch nicht beantwortet wurden, ist ein örtliches Bürgerbüro immer die beste Anlaufstelle um Antworten zu bekommen. Dort sollte man sowohl über die örtliche Regelung, als auch über die entsprechenden Rassenlisten gut informiert sein.

Gut zu wissen

Wenn für den Hund eine Pflicht zur Hundehaftpflicht besteht, gilt diese Pflicht bereits ab Anschaffung des Hundes. Die einzige Ausnahme sind Welpen falls man im Besitz der Mutter ist, in diesem Fall sind die Welpen bis zu einem Jahr über die Haftpflichtversicherung der Mutter mitversichert.

Hundehaftpflichtversicherung auch ohne Pflicht für jeden Hundebesitzer sinnvoll

Auch wenn eine Hundehaftpflichtversicherung nicht für jeden Hund Pflicht ist, so ist sie doch für jeden Hundebesitzer sinnvoll. Als Besitzer ist man für jeden Schaden verantwortlich, der durch das eigene Tier verursacht wurde. Hier macht es auch nicht aus, ob der Schaden absichtlich oder unabsichtlich, fahrlässig oder trotz Aufsicht entstanden ist. Möchte man nicht mit seinem Hab und Gut für eventuelle Hundeschäden haften, dann ist es sinnvoll eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. Dadurch ist man schon für wenige Euro pro Monat gegen finanzielle Risiken durch den Hund abgesichert. Eine Hundehaftpflicht muss auch nicht teuer sein, die günstigen Versicherungen beginnen bereits bei 40 Euro pro Monat. Indem Sie die verschiedenen Versicherungen und Anbieter miteinander vergleichen können Sie schnell und einfach einen Überblick über die Möglichkeiten einer Hundehaftpflicht gewinnen und die passende auswählen.