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Worauf muss ich bei einer Hundehaftpflichtversicherung achten?

Bei dem Abschließen einer Hundehaftpflichtversicherung gibt es einige Dinge auf die man achten sollte. Vor allem die Hunderasse spielt eine große Rolle, für viele Hundebesitzer ist es Pflicht so eine Versicherung abzuschließen. Außerdem sollte eine ausreichend hohe Deckungssumme gewählt werden und die richtigen Leistungen. Braucht man Auslandsschutz und sollte man sich gegen Deckschäden versichern?

Die Hundehaftpflicht ist nicht nur sinnvoll, sondern häufig sogar Pflicht

Wenn man einen Hund anschafft sollte man sich rechtzeitig darüber informieren ob eine Pflicht zur Hundehaftpflicht besteht oder nicht. Ob so eine Versicherung Pflicht ist hängt vom Bundesland ab, in dem man sich aufhält. Die Pflicht zur Hundehaftpflicht ist in den Hundegesetzen, beziehungsweise Hundeverordnungen der einzelnen Bundesländern geregelt. In einigen Bundesländern ist die Hundehaftpflichtversicherung für alle Hunde Pflicht, in anderen nur für sogenannte gefährliche Hunde und in einzelnen Bundesländern müssen Hunde ab einer gewissen Größe versichert werden oder überhaupt nicht. Kommt man dieser Pflicht nicht nach, kann das ein Bußgeld von bis zu 10.000€ bedeuten. Es gelten nicht nur die Bestimmungen des Wohnortes, sondern die Bestimmungen des Bundeslandes in dem man sich aufhält. Ist man zu Besuch bei Familie oder fährt in den Urlaub in ein anderes Bundesland, gelten also immer die lokalen Gesetze. Man muss sich also nicht nur über die Bestimmungen im eigenen Bundesland informieren, sondern auch über Bestimmungen in Bundesländern die man besucht. Darüber hinaus wird in der Regel auch eine minimale Deckungshöhe vorgeschrieben, hierauf sollte man unbedingt achten, da bei einer zu geringen Deckungssumme die eventuelle Versicherungspflicht nicht erfüllt wird.

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Die richtigen Versicherungsbedingungen wählen

Wenn man auf der Suche nach einer Hundehaftpflichtversicherung ist sollte man auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis achten. Wie bei allen Versicherungen möchte man bei einer Hundehaftpflicht natürlich auch die Prämie so gering wie möglich halten. Doch der Preis darf nicht das einzige Kriterium bei der Wahl einer Hundehaftpflichtversicherung sein. Man sollte immer auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis achten. Ein wichtiger Punkt bei der Hundehaftpflichtversicherung ist die Deckungssumme, abgesehen davon, dass in einigen Bundesländern die minimale Deckungssumme vorgeschrieben ist, empfehlen Experten, dass die Deckungssumme minimal 5 Millionen Euro betragen sollte. Wählt man eine zu geringe Deckungssumme kann es sein, dass man im Ernstfall trotzdem noch dazu bezahlen muss. Da eine höhere Deckungssumme eine höhere Prämie bedeutet muss man hier selbst abwägen was wichtiger ist, eine hohe Deckungssumme oder eine geringe Prämie. Man kann auch selbst wählen, in welchen Zahlterminen man die Prämie zahlen möchte, das geht entweder monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich. Auch wenn es für die meisten Menschen bequemer ist regelmäßig kleine Summen zu zahlen, kann man Geld sparen indem man die Prämie jährlich zahlt. Außerdem kann man die Höhe der Prämien mit der Selbstbeteiligung steuern. Wählt man eine höhere Selbstbeteiligung bedeutet dies eine geringere Prämie. Für eine Hundehaftpflichtversicherung wird empfohlen eine Selbstbeteiligung von 150€ pro Schadensfall zu wählen, falls man dazu in der Lage ist. Hierdurch kann man die Kosten der Versicherung gering halten. Ist man finanziell nicht dazu in der Lage sollte man eine Hundehaftpflichtversicherung ohne Selbstbeteiligung wählen.

Tipps zu zusätzlichen Versicherungsleistungen

Neben den Standardversicherungsbedingungen gibt es noch einige zusätzliche Versicherungsleistungen über die man sich Gedanken machen sollte.
In fast allen Hundehaftpflichtversicherungen sind auch Mietsachschäden enthalten, um auf Nummer sicher zu gehen sollte man dies allerdings immer vor Versicherungsabschluss in Erfahrung bringen. Mietsachschäden sind Schäden an gemieteten Räumlichkeiten die privat genutzt werden. Eine Ausnahme hiervon sind Schäden die durch Verschleiß und übermäßige Beanspruchung entstehen, diese Schäden sind nicht mitversichert und müssen vom Hundehalter selbst bezahlt werden. Auch übernehmen nicht alle Versicherungen Schäden an Ferienwohnungen und Hotels, hier sollte man sich gut darüber informieren bevor man in den Urlaub fährt. Ein typischer Mietsachschaden der von der Versicherung übernommen wird ist zum Beispiel wenn man den Hund kurz allein in der Mietwohnung lässt und dieser dann Tür oder Türrahmen zerkratzt. Diese Art von Schaden wird von der Hundehaftpflicht übernommen. Ein Schaden der als Verschleiß gilt sind Krallenspuren im Holzfußboden, dieser Schaden würde durch die Hundehaftpflichtversicherung nicht bezahlt werden und muss selbst gezahlt werden.

Wenn man einen unkastrierten Rüden besitzt sollte man außerdem darauf achten, dass neben den üblichen Sachschäden, Vermögensschäden und Personenschäden auch Deckschäden mitversichert sind. Dadurch werden auch Schäden übernommen die durch einen ungewollten Deckakt entstehen. Hierbei geht es entweder um die Kosten einer Abtreibung oder die Kosten für das Aufziehen der Welpen. Der Besitzer der Hündin kann vom Besitzer des Rüdens die Übernahme der entstandenen Kosten verlangen und dies kann teuer werden, eventuell muss ein Zuchtausfall übernommen werden. Wird eine Rassehündin, die für die Zucht vorgesehen ist, von einem Mischlingsrüden gedeckt, so muss der Besitzer des Mischlings den Verdienstausfall für die Zeit bezahlen, in der die Hündin nicht von einem Rasse-Rüden gedeckt werden kann. Auch ein Auslandsschutz ist in den meisten Fällen sinnvoll, ob man nun in den Urlaub fährt, oder nur am Wochenende zum Einkaufen ins Nachbarland, es kann immer etwas passieren. Viele Hundehaftpflichtversicherungen enthalten sowieso einen Auslandsschutz, jedoch sollte man immer sicher stellen, dass die eigene Hundehaftpflicht auch bei einer Reise ins Ausland gilt.

Falls man einen sogenannten Kampfhund besitzt und für diesen eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen will, gibt es noch besondere Dinge auf die man achten sollte. Viele Anbieter von Haftpflichtversicherungen für Hunde haben eine besondere Regelung für Kampfhunde. Bei vielen Anbietern von Hundehaftpflichtversicherungen ist es nicht möglich eine Versicherung für Kampfhunde abzuschließen und andere Anbieter verlangen eine höhere Prämie für diese Hunde. Es gibt allerdings auch einige Anbieter ohne Diskriminierung von Kampfhunden, hier zahlt man für Kampfhunde genau so viel Prämie wie für andere Hunde. Die beste Möglichkeit einen Anbieter von Hundehaftpflichtversicherungen ohne Rassendiskriminierung zu finden ist es die verschiedenen Anbieter und Versicherungen miteinander zu vergleichen. So bekommt man eine gute Übersicht über Preise und unterschiede der verschiedenen Versicherungen.

Auch ist es wichtig zu wissen, ob für die Hundehaftpflichtversicherung ein Leinen- und Maulkorbzwang besteht. Ist dies der Fall, sollte es strikt eingehalten werden, ansonsten kann die Versicherung sich weigern entstandenen Schaden zu bezahlen. Möchte man seinen Hund nicht ständig an der Leine halten oder einen Maulkorb tragen lassen, dann empfiehlt es sich eine Hundehaftpflichtversicherung ohne Leinen- und Maulkorbzwang abzuschließen.

Weitere Besonderheiten auf die man achten sollte gelten für Hunde, mit denen Hundesport ausgeübt wird. Nimmt man mit dem Hund an Hunderennen teil oder betreibt Agility, dann sollte man mit dem Versicherungsanbieter Kontakt aufnehmen und extra Absprachen treffen, damit der Hund auch während des Sports gut versichert ist. Eine besondere Aufmerksam liegt hier auf dem Schutzhundesport dort werden häufig sogenannte Figuranten oder Scheinverbrecher benutzt auf die Hunde gehetzt werden. Diese Menschen tragen zwar einen speziellen Schutzanzug um sich vor Verletzungen durch den Hund zu schützen, allerdings kann immer etwas schief gehen. Damit diese Menschen auch mitversichert sind, sollten bei Hunden mit denen Schutzhundesport betrieben wird immer Ansprachen mit der Versicherung getroffen werden. Im Zweifel sollte man persönlich Kontakt aufnehmen mit dem Versicherer damit im Ernstfall alles geklärt ist.

Wussten Sie schon?

Eine Hundehaftpflichtversicherung kann auch als passive Rechtsschutzversicherung genutzt werden

Die Hundehaftpflicht als passive Rechtsschutzversicherung oder sogar als Forderungsausfalldeckung

Die Hundehaftpflichtversicherung kann für mehr genutzt werden als den reinen Versicherungsschutz von Sachschaden, Vermögensschaden und Personenschaden. Sie funktioniert auch als passive Rechtsschutzversicherung. Wenn die Versicherung zu dem Schluss kommt, dass ein Versicherungsanspruch nicht gerechtfertigt ist, dann übernimmt sie die Kosten um den Anspruch vor Gericht abzuwehren. Falls Sie zum Beispiel mit dem Hund spazieren gehen, auf einen anderen Hund und dessen Besitzer treffen und der fremde Hund verletzt sich im Spiel. In diesem Fall würden Sie ihre Versicherung über den Vorfall informieren und diese prüft den Vorfall um festzustellen ob ein Schadensanspruch besteht. Wird festgestellt, dass der Schadensanspruch gültig ist, zahlt die Versicherung, wird allerdings festgestellt, dass der Schadensanspruch nicht gültig ist, dann wird dem Versicherungsgegner mitgeteilt, dass keine Kosten übernommen werden. Jetzt kann es sein, dass der Versicherungsgegner dies nicht akzeptiert und versucht die Kosten vor Gericht einzuklagen. Hier kommt wieder die Hundehaftpflichtversicherung ins Spiel, sie bezahlt anfallende Gerichts- und Anwaltskosten um ihnen dabei zu helfen den Schaden abzuwehren. So funktioniert die Hundehaftpflichtversicherung also auch als passive Rechtsschutzversicherung. Einige Versicherungen bieten auch die Möglichkeit eine Forderungsausfalldeckung mitzuversichern. Erfährt man selbst Schaden durch einen fremden Hund und es stellt sich heraus, dass der Besitzer weder eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen hat, noch über genug Geld oder Vermögen verfügt um den Schaden zu bezahlen, dann bezahlt die eigene Hundehaftpflicht den eigenen Schaden. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass eine Forderungsausfalldeckung in der Versicherung mit inbegriffen ist.

Worauf muss man achten im Schadensfall

Wenn man eine Hundehaftpflichtversicherung abgeschlossen hat und Schaden melden möchte gibt es einiges zu beachten. Zum einen ist es in vielen Fällen sinnvoll kleine Schäden selbst zu bezahlen. Eine Hundehaftpflichtversicherung dient dazu sich gegen große finanzielle Risiken abzusichern. Nimmt man eine Hundehaftpflichtversicherung zu oft in Anspruch kann es sein, dass man aus der Versicherung ausgeschlossen wird. Um dies zu vermeiden sollte man bei geringen Schäden auf eine Inanspruchnahme der Hundehaftpflicht verzichten und falls möglich den Schaden selbst bezahlen.

Wenn man sich dann doch dazu entscheidet, die Versicherung in Anspruch zu nehmen, dann ist es wichtig, dass Schaden so schnell wie möglich gemeldet wird. Wartet man zu lange kann es sein, dass der Schadensanspruch verfällt und man den Schaden dann trotzdem aus eigener Tasche zahlen muss.
Der Schadensanspruch kann auch verfallen, wenn man vor dem Versicherungsgegner die Schuld eingesteht. Man darf also niemals sagen, dass man selbst Schuld war an dem Versicherungsfall. Hierfür ist es auch wichtig, dass keine Zahlungen geleistet werden. Bezahlt man Geld an den Versicherungsgegner kann das als Schuldeingeständnis ausgelegt werden und damit würde der Versicherungsschutz verfallen, man müsste also alles aus eigener Tasche bezahlen.